Bienenfreundlicher Garten

Margeriten mit 2 fliegenden Bienen

Die Vereinten Nationen haben offiziell den 20. Mai als „Welt-Bienen-Tag“ ausgerufen!

Jedes Jahr soll nun der 20. Mai weltweit dazu genutzt werden, um der Bevölkerung die Bedeutung der Bienen und anderer Bestäuber ins Bewusstsein zu rufen und konkrete Aktionen zum Schutz der Insekten durchzuführen.

Bienen

Ohne die Biene gäbe es viele unserer Nahrungsmittel nicht. Ob Obst, Gemüse, Nüsse, Honig oder Kräuter – viele dieser Lebensmittel sind auf Bestäubung angewiesen. Eine immense Arbeit von vor allem Honigbienen und Wildbienen. Doch unsere fleißigen Bienen sind in Gefahr! Die Zahl der Bienenvölker sinkt dramatisch und auch die Hälfte der über 700 bei uns ansässigen Wildbienenarten ist bedroht. Vor allem die industrielle Landwirtschaft, Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden machen den Bienen das Überleben schwer.

Honigbienen und Wildbienen sind bedroht

Mitte der Neunzigerjahre stellten Imker ein zunehmendes Sterben ganzer Bienenvölker fest. Seitdem hat sich die Situation für die Honigbienen kontinuierlich verschlechtert. In Österreich ist die Zahl der Honigbienenvölker von 1995 bis 2015 um 25 Prozent gefallen – das sind über 100.000 Bienenvölker!

Ohne Bienen gäbe es viele unserer Nahrungsmittel nicht – oder zumindest nicht in einer reichhaltigen Fülle. Denn ohne die Betäubung der Blüten durch Bienen oder anere Insekten gibt es auch kein Obst und Gemüse. Etwa 70 Prozent der blühenden Pflanzenarten sind darauf angewiesen, von Bienen und anderen Insekten bestäubt zu werden.

Gründe für das Bienensterben

Den „einen“ Grund für das Bienensterben gibt es nicht. Aber die meisten Gefahren für die Bienen sind menschengemacht. In den 1960er Jahren vollzogen sich gewaltige Umbrüche in unserer Landwirtschaft: von vielfältigen Strukturen hin zu ausgeräumten industriellen Agrarwüsten. Die Veränderung hatte große Auswirkungen auf die Wildbienen und die biologische Vielfalt.

Menschliche Bienen in China

Dem Ausspruch „Fleißig wie die Bienen!“ kommt in China eine ganz neue Bedeutung zu: Im Reich der Mitte zeigen sich die Auswirkungen des Bienensterbens so deutlich, dass die Tiere und deren Bestäubungsleistung mittlerweile von Menschen simuliert werden müssen. In Scharen schwärmen hier nicht mehr Insekten, sondern Menschen in Richtung Obstplantagen aus und bestäuben dort die Blüten per Hand.

Unglaublich: Viele Chinesen haben noch nie eine lebendige Biene gesehen. Durch den drastischen Einsatz von Pestiziden wurde der Bestand an Bestäuberinsekten in großen Teilen Chinas bereits so stark dezimiert, dass ihre Arbeit bisweilen von Menschenhand erledigt werden muss. So ist es also keine Seltenheit, dass Scharen von chinesischen Arbeitern mit Pollen im Gepäck ausschwärmen und die Apfel- und Birnenblüten per Hand bestäuben.

Mensch und Biene

Für die Handbestäubung benötigt jeder Arbeiter in etwa ein Kilogramm frische Blüten – und das täglich. Die werden in teils schwindelerregender Höhe gesammelt und anschließend in einem aufwendigen Prozess, ebenfalls via Handarbeit, von ihren Pollen befreit. Sind Menschen etwa die besseren Bienen? Wohl kaum. Ein Gramm Pollen benötigt jede menschliche Biene, um einen Baum zu bestäuben. Am Tag schafft jeder Arbeiter, etwa dreißig Obstbäume auf den Plantagen zu bestäuben. Zum Vergleich: Ein Bienenvolk kann pro Tag bis zu 300 Millionen Blüten bestäuben – ein keinesfalls unbeachtlicher Unterschied. Für dieselbe Arbeitsleistung bräuchte man mehr als 1500 Menschen.

Wie es dazu kam

Im wichtigsten Obstanbaugebiet Chinas, in Sichuan, herrscht Stille. Seit nunmehr 25 Jahren fliegt hier kein Vogel, keine Biene summt. Seinen Ursprung findet dieses Unglück in der Zeit Mao Zedongs. Sein Glaube an den wissenschaftlichen Sozialismus und den Fortschritt führten zu einer Naturkatastrophe. 1958 beorderte er seine 600 Millionen Untertanen zunächst in einen Krieg gegen die Spatzen. Laut Maos Berechnungen stelle der Piepmatz eine große Bedrohung für die Getreideversorgung des Landes dar, da er das Saatgut aus den Ackerfrüchten fressen und damit Ernteeinbußen verursachen würde.

Also sollte der Spatz weichen und so zielten die Menschen mit Steinschleudern und Gewehren auf die Vögel, fuchtelten mit Fahnen und Töpfen so lange umher, bis sie erschöpft vom Himmel fielen, weil sie keinen Landeplatz mehr finden konnten.

Erst die Spatzen, dann die Bienen

Hunderte Millionen toter Tiere wurden infolgedessen buchstäblich zusammengekehrt. Maos “Plage” war beseitigt. Doch der Tod der Spatzen hatte schlimme Folgen, denn was Mao nicht kalkuliert hatte: Insekten, die zuvor von den Vögeln aufgepickt wurden, vernichteten nun die Ernte, die er eigentlich zu schützen gedachte. Jetzt musste also die Chemie Abhilfe schaffen: Massenweise wurden Pestizide auf die Felder ausgefahren, um die Ernte von Maden, Heuschrecken und Würmern zu befreien. Der Chemie fielen schließlich auch die Bienen zum Opfer – mit den Folgen des Bienensterbens kämpfen die Chinesen bis heute.

Die dramatischen Folgen des Bienensterbens

Von 100 Kulturpflanzen, die sagenhafte 90 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion decken, werden 71 von Bienen bestäubt. Die Abwesenheit des Nutztieres und seiner Bestäubungsleistung muss dementsprechend aufgefangen werden.

Keine Frage: Die menschlichen Bienen, wie sich die Bestäuber in China nennen, können mit der Arbeitsleistung der Bienen nicht mithalten. Und dennoch begeben sie sich Tag für Tag auf die Plantagen, sammeln Pollen und bestäuben anschließend, ausgestattet mit einem selbst gebastelten Federwebel, Blüte für Blüte der Obstbäume.

Was in China geschah, verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig die Bienen für uns Menschen sind. Jeder von uns kann etwas zum Schutz der Bienen beitragen. Wer selbst keinen Garten hat, kann sich zum Beispiel einen Balkonkasten mit bienenfreundlichen Pflanzen aufstellen – auch das ist bereits ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Bienen.

Gut zu wissen

Nicht jeder Garten, der prächtig blüht und pompöse Blütenkleider aufweist, ist ein Bienen-Paradies. Viele dieser anmutig blühenden Gewächse gehören zu Blühpflanzen mit sogenannten gefüllten Blüten und bieten den Bienen kaum Nahrung. Bei genauerem Blick erkennt man auch ganz einfach, welche Pflanzen dazu gehören.

In einem bienenfreundlichen Garten sollten die ungefüllten, naturnahen Pflanzen einen Großteil der Bepflanzung ausmachen. Liebhaber gefüllter Rosensorten müssen trotzdem nicht komplett auf diese blühenden Freuden verzichten. Ein Gleichgewicht aus den üppigen Lieblingsrosen und einem reichhaltigen Angebot an nektar- und pollenreichen Wildrosen sind hier der Trick. So werden Garten, Balkon und Fenstersims Schritt für Schritt zum Bienen-Paradies.

Die Blüten sind der größte Anreiz für die Bienen, um in den Garten zu kommen. Da gilt es, den „Blumentisch“ möglichst bunt zu decken. Blütenmischungen, die schon nach wenigen Wochen den Garten schmücken, sind ein ganz besonderer Anreiz. Schön sind Pflanzen mit offenen Blüten, wo die Staubgefäße zu sehen sind und damit Nektar und Pollen für die Insekten liefern.

Neben den wichtigen Aufgaben der Befruchtung – von den Erdbeeren bis zu den Obstgehölzen – sind viele der Insekten auch großartige Schädlingsvernichter. Gestaltet man den Garten insektenfreundlich, hat man damit gleich einen doppelten Nutzen: herrliche Blüten und weniger Mühe.

Ein Garten wird nicht nur durch die richtigen nektarreichen Blüten bienenfreundlich. Auch die Gestaltung des Gartens macht einen großen Unterschied.

Wildwiese oder ungemähte Flächen
Ein kurz gemähter Rasen stellt für Bienen quasi eine Wüste dar. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man auf größeren Rasenflächen bienenfreundliche Bereiche schaffen kann. Es reicht aus, eine Ecke einfach nicht mehr bzw. nur zweimal im Jahr zu mähen (am besten mit der Sense). In der restlichen Zeit können hier „Unkraut“ und Wildblumen zur Blüte kommen und den Bienen Nahrung liefern.
Wildblumen ansäen: Statt ein Rasenstück einfach nicht mehr zu mähen und abzuwarten, was sich ansiedelt, kann man auch mit gekauften Wildblumen-Mischungen nachhelfen. Sie eignen sich für Wilbblumenwiesen oder auch ein Wildblumenbeet. Die meisten davon gedeihen am besten auf nährstoffarmem Boden. Das kann erreicht werden, indem die oberste Humusschicht abgetragen und der Boden dann mit Sand durchmischt wird.

„Wilde Ecken“ und Unebenheiten zulassen
Nicht nur Wildwiesen locken Bienen an, auch ungepflegte Winkel und Ecken können zu richtigen kleinen Biotopen werden. Offener Boden, lehmverfugte Mauern, Büsche, Totholz und Laub bieten Unterschlupf für Insekten und Nist-Möglichkeiten für Wildbienen. Steine, Hügel und Senken im Garten schaffen ein natürliches Bodenrelief.

Trinkgelegenheiten für Bienen
Auch Insekten sind durstig. Als Trinkstellen für Bienen eignen sich Vertiefungen in großen Steinen oder Vogeltränken, in die man ein paar große Steine legt. An sonnigen Tagen sollte das Wasser täglich auffüllt werden. Der beste Standort dafür ist in der Nähe blühender Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon. Natürlich bieten auch Gartenteiche Wasserquellen für viele Tiere und Insekten, einschließlich der Bienen. Vele Wildbienen benötigen übrigens das Wasser oft nicht nur zum trinken, sondern vor allem für den Bau ihrer Nester (zum „verputzen“ ihrer Brutzellen).

Mähen und Beschneiden
Je seltener gemäht wird, umso mehr Blumen kommen zur Blüte. Gemäht werden sollte außerdem am besten dann, wenn die Bienen gerade nicht fliegen. Das heißt entweder morgens und abends oder bei trübem Wetter. Büsche und Hecken bilden mehr Blüten und bieten mehr Tieren Unterschlupf, wenn sie nicht zu oft und schmal geschnitten werden. Tipp am Rande – auch wenn es nicht direkt mit Bienen zu tun hat: Aus Rücksicht auf Vögel sollten dichte Büsche und Hecken niemals in der Brutzeit unserer heimischen Vögel geschnitten werden.

Beetumrandungen
Wer sein Beet abgrenzen möchte, nutzt manchmal kleine Wege, niedrige Zäune oder kleine Hecken (zum Beispiel Buchsbaum). Stattdessen lassen sich auch mehrjährige Blühpflanzen nutzen, die Nektar für Bienen bereitstellen. Der positive Nebeneffekt: Sie locken Bestäuber ins Beet, was Früchten und Gemüse zugute kommt.

Pestizide sollten tabu sein
In einem bienenfreundlichen Garten sollten keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Ein Natur- und Bienenliebhaber verzichtet selbstverständlich auf Pestizide und schädliche Kunst-Dünger im Garten.
Die natürliche Alternative bietet PRO ENERGETIC in Form eines Produktsortiments für anspruchsvolle Naturgärtner.