Orac, Antioxidantien und Freie Radikale

Granatapfel, rot, saftig, viele Vitamine, hoher Orac-Wert

Alle sprechen von Antioxidantien und freien Radikalen – damit auch vom sogenannten ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorption Capacity = Fähigkeit zum Abfangen von Sauerstoffradikalen).

Aber was genau ist der ORAC-Wert und was bedeutet er in Bezug auf unsere Lebensmittel?

In den letzten Jahrzehnten wurde oxidativer Stress (Belastung durch Freie Radikale) als ein Faktor für die Entwicklung einer Reihe von chronischen Erkrankungen erkannt. Schnell kamen Antioxidantien, die in der Lage sind, Sauerstoffradikale zu neutralisieren oder zu löschen, in den Fokus der Forschung. Im Zuge der Untersuchungen entstand der Bedarf für eine Technik, die in der Lage ist, die antioxidative Kapazität eines Lebensmittels zu messen. So entstand der ORAC.

ORAC steht für „Oxygen Radical Absorbance Capacity“ und bezeichnet die Fähigkeit eines Lebensmittels, freie Radikale unschädlich zu machen. Derzeit kennen erst wenige Menschen den Begriff „ORAC“, obwohl der ORAC-Wert für die Auswahl von Produkten und Lebensmitteln eine sinnvolle Ergänzung und Orientierung sein kann. Die ORAC Mess-Methode wurde 2005 in den USA vorgestellt und als Ermittlung der antioxidativen Fähigkeiten oder Kapazitäten von Naturstoffen präsentiert. Das bedeutet, dass die Höhe der gemessenen ORAC Werte in Bezug zum antioxidativen Effekt der Naturstoffe oder Produkte steht.

Merke: Je höher der ORAC Wert, desto besser ist die antioxidative Wirkung des Lebensmittels
Kürzlich wurde die Verbindung zwischen Antioxidantien, oxidativem Stress und Gesundheit festgestellt. Der entsprechende Artikel präsentierte einen Überblick über mehrere Studien, die zeigen, dass der Verzehr von Antioxidantien-reichem Obst und Gemüse zu einer Erhöhung der antioxidativen Kapazität im Körper führt. Inkludiert waren mehrere Studien, die einen Zusammenhang zwischen erhöhter Aufnahme von Antioxidantien durch Lebensmittel und reduziertem Risiko für einige weit verbreitete Krankheiten zeigten.

Basierend auf früheren Studien-Ergebnissen schätzten die Autoren die durchschnittliche orale Aufnahme von ORAC für eine Person, die 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag isst, auf 4360 Einheiten und 8600 -Einheiten für jene, die 10 Portionen Obst und Gemüse konsumieren. Schließlich hielten sie fest, dass für ein geringeres Risiko für diverse Krankheiten ORAC-Einnahmen von mindestens 12.000 Einheiten oder mehr benötigt werden. Das bedeutet, dass eine Person etwa 7 bis 10 Portionen Obst und Gemüse konsumieren müsste, um auf den notwendigen ORAC-Wert zu kommen.

ORAC – Was bedeutet das für mich?
Zu viel Stress ist schädlich, das kennen wir aus unserem Alltag. Das gilt nicht minder für oxidativen Stress. Stresssituationen führen bei Menschen zu einer gesteigerten Produktion an freien Radikalen im Körper. Chemisch betrachtet sind freie Radikale hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die im Körper gebildet werden und durch Einflüsse wie Stress, Belastung, UV-Strahlung, Abgase, Medikamente und Umweltgifte entstehen. Dabei erreicht der betroffene Mensch eine sogenannte „oxidative Stresslage“. Zu viel davon können Schäden an unseren Zellen bedeuten, die wiederum den Alterungsprozess beschleunigen und für eine ganze Reihe von Krankheiten verantwortlich sind.

Antioxidantien – Die Radikalfänger
Um die freien Radikale bekämpfen zu können, mobilisiert unser Organismus sogenannte „Antioxidantien“. Dabei greifen Antioxidantien gezielt die freien Radikale an und neutralisieren diese, um die Zelle schützen zu können. Das diesem Grund bezeichnen Experten Antioxidantien als „Radikaljäger“ und stellen Antioxidantien als unsere wichtigsten Verbündete im Kampf gegen freie Radikale dar. Ernährung mit hohen antioxidativen Anteilen unterstützen den Organismus und tragen zu einer ausbalancierten Lebensweise bei. Ebenso schützen Antioxidantien vor Krebserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen.
Chemisch betrachtet sind Antioxidantien chemische Verbindungen, die eine unerwünschte Oxidation anderer Substanzen gezielt verhindern. Antioxidantien inaktivieren im Organismus reaktive Sauerstoffspezies, die im Übermaß zu oxidativem Stress führen.

ORAC Wert – Einheiten
Der Wert beziffert exakt das antioxidative Reaktionsvermögen eines Lebensmittels. Die Einstufungen wurden von Wissenschaftlern des National Institute of Halth in Maryland – USA – entwickelt. Experten empfehlen, täglich mindestens die Grundversorgung über 5000 bis 7000 ORAC-Einheiten zu sichern. ORAC- Wert wird in ORAC-Einheiten (µmol) angegeben. Experten haben folgende Einstufungen der ORAC Werte festgehalten:

3.000 – 5.000µmol – Basiswert
5.000 – 7.000µmol – Grundversorgung
ab 10.000µmol – Hoher ORAC Wert
ab 100.000µmol –  Super-Antioxidantien (Superfoods)

ORAC Einheiten pro 100 Gramm eines Lebensmittels oder Produktes
Jetzt stellt sich noch die Frage, wie viel man Lebensmittel zu sich nehmen sollte, um gegen oxidativen Stress gewappnet zu sein. Die einfachste Formel lautet: Am besten täglich sehr viel! Man kann davon nicht genug haben! Wer es aber genauer wissen möchte, sollte sich die ORAC-Werte der folgenden Lebensmittel und Produkte anschauen, die wir nach den höchsten Werten sortiert haben.

Platzierungen nach ORAC Einheiten pro 100 Gramm

  1. Platz: Matcha 1.573.000
  2. Platz: Gewürznelken 290.283
  3. Platz: Zimt 131.429
  4. Platz: Traubenkernmehl 100.000
  5. Platz: Dunkle Schokolade 49.926
  6. Platz: Gerstengras Pulver 37.900
  7. Platz: Frischer Salbei 32.004
  8. Platz: Holunderbeeren 14.697
  9. Platz: Pfefferminz 13.978
  10. Platz: Walnüsse 13.541
  11. Platz: Hagebuttenkonfitüre 13.300
  12. Platz: Haselnüsse 9.275
  13. Platz: Cranberrys 9.090
  14. Platz: Traubenpflaumen 5.770
  15. Platz: Granatäpfel 3.027
  16. Platz: Heidelbeeren 2.400
  17. Platz: Brombeeren 2.036
  18. Platz: Grünkohl 1.770
  19. Platz: Erdbeeren 1.540
  20. Platz: Spinat 1.260
  21. Platz: Weintrauben 1.260
  22. Platz: Rosenkohl 980
  23. Platz: Brokkoli 890
  24. Platz: Zwiebeln 450
  25. Platz: Mais 400
  26. Platz: Bananen 210
  27. Platz: Zucchini 176
  28. Platz: Salat 105
  29. Platz: Gurken 60
  30. Platz: Sellerie 54

Wer hätte gedacht, dass Sellerie und Gurken zu den Lebensmitteln zählen, die eine geringe Antioxidationsverbindung und somit schwach freie Radikale neutralisieren können?

Wer hätte gedacht, dass Brain Caps von PRO ENERGETIC einen ORAC-Wert von 103.310 haben?
Na – wir natürlich ☺!

Studien und Quellen:
Lipophilic and Hydrophilic Antioxidant Capacities of Common Foods in the United States, Journal of Agricultural Food Chemistry 2004, 52, 4026-4037 // ORAC Analysis on Matcha Green Tea: Brunswick Laboratories